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Ein Leben in Schwermut

Sonntag, 5. Mai 2013 7:00

Briefmarke von Soren Kierkegaard, Daenemark 1955Søren Aabye Kierkegaard, der bedeutendste dänische Philosoph und Wegbereiter der Existenzphilosophie, wurde heute vor 200 Jahren im damals beschaulichen Kopenhagen geboren. Wie wurde Kierkegaard zu dem, was er war, ein nachdenklicher, suchender Mensch, der unter großer Schwermut und innerer Zerrissenheit litt? Prägend war sein Vater, ein Großkaufmann, der tief religiös war und dem die Schwermut ebenso wenig fremd war wie seinem Sohn. Zugleich hatte er großen Anteil daran, dass Fragen der Religion für seinen Zögling zu einem Lebensthema wurden. Kierkegaard junior bekannte sich stets zur Idee des Christentums, wandte sich aber vehement gegen die Amtskirche. Als der Vater 1838 starb und die enge Bindung zerbrach, war das für ihn ein schwerer Schlag. Weiterlesen…

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„Also nachm Krieg, um sechs Uhr abends“

Dienstag, 30. April 2013 11:10

Briefmarke der Tschechoslowakei 1983 zum 100. Geburtstag von Jaroslav Hasek„… für die Lachlust in diesem Winter ist ausgesorgt: kein Artikel eines preußischen Kunstkonservators, keine deutsche Briefmarke, kein deutscher Juristentag ist vonnöten, um ungeheure Heiterkeit zu erregen – Schwejk ist da! Schwejk der Zweite“, freute sich Kurt Tucholsky im Dezember 1926 in der „Weltbühne“. Der zweite Teil der „Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ war soeben in Deutschland erschienenen und Tucholsky schwer begeistert: „Es sind wieder Geschichten von so atembeklemmendem Wahnwitz in dem Buch, wie sie nur ein ungeheurer Bierbräu- und Schnapssäufer in tiefen Nachtstunden erfinden kann …“ Erfunden hatte diese Geschichten der tschechische Schriftsteller Jaroslav Hašek, der heute, am 30. April, vor 130 Jahren in Prag auf die Welt gekommen ist. Weiterlesen…

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Ein Platz auf der literarischen Weltkarte

Dienstag, 23. April 2013 15:06

„Wer immer nur nach dem Zweck der Dinge fragt, wird ihre Schönheit nie entdecken.“ (Halldór Laxness)

Briefmarke-Halldor-LaxnessIn kaum einem anderen Land der Welt werden, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele Bücher geschrieben und gekauft wie in Island. Rund 400 Schriftsteller zählt der isländische Schriftstellerverband, dazu kommen etwa 40 Verlage, eine enorme Anzahl angesichts von gerade mal 320 000 Einwohnern. Literaturnobelpreisträger haben die Isländer allerdings – bis jetzt – nur einen vorzuweisen: Halldór Laxness, der heute, am Welttag des Buches vor 111 Jahren in Reykjavik geboren wurde. Geboren wurde er unter dem Namen Halldór Guðjónsson als Sohn eines Bauern auf dem Gut Laxnes, den Schulbesuch mied er, so möglich, verfasste allerdings bereits mit 17 Jahren seinen ersten Roman. Weiterlesen…

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Welttag des Buches: Heute Bücher gewinnen!

Dienstag, 23. April 2013 9:45

Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)

Russische Briefmarke zum Thema Kinderbücher 2010Heute ist UNESCO-Welttag des Buches, der deutschlandweit von Buchhandlungen, Verlagen, Bibliotheken und Schulen begangen wird. Dass dieser Tag immer auf einen 23. April fällt, geht auf die katalanische Tradition des Georgstages zurück: In Katalonien war es Tradition, zum Namenstag des Heiligen Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Und dieser Tradition folgend, werden heute auch in Deutschland an vielen Orten Bücher verschenkt. Auch wir wollen bei diesem großen Lesefest mitmachen und unseren Lesern ein Buch schenken. Daher verlosen wir heute Werke aus einem großen Stapel philatelistischer Fachliteratur. Wie das funktioniert? Weiterlesen …

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Norwegische Sprachverwirrung

Montag, 22. April 2013 18:57

Für die Norwegische Post war es wohl Ehrensache, Jørgen Moe (rechts) und Peter Christen Asbjørnsen auf einer Briefmarke zu würdigen, MiNr. 1797 (Abb. Schwaneberger Verlag).

Für die Norwegische Post war es wohl Ehrensache, Jørgen Moe (rechts) und Peter Christen Asbjørnsen auf einer Briefmarke zu würdigen, MiNr. 1797 (Abb. Schwaneberger Verlag).

Was den Deutschen die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sind den Norwegern Jørgen Moe und Peter Christen Asbjørnsen. 1841 veröffentlichten sie ihre erste Sammlung norwegischer Volkserzählungen und -märchen. Anders als die Brüder Grimm, die Geschichten mitunter glätteten und interpretierten, hielten sich Moe und Asbjørnsen weitestmöglich an die mündliche Überlieferung. Weiterlesen …

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Joyce und die „künstlerische Freiheit“

Sonntag, 21. April 2013 9:10

„Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen.“ (James Joyce)

James Joyce auf irischer Zehn-Euro-Muenze (Abbildung: Jason Clarke Photography)Mit einer silbernen Sondermünze hat die irische Zentralbank vor kurzem einen der größten irischen Schriftsteller geehrt: Auf der Vorderseite der 10-Euro-Münze ist ein Porträt von James Joyce zu sehen, dem ein Zitat aus seinem „Ulysses“ aus der Stirn entspringt. Dumm nur, dass der Bank dabei ein kleiner Fehler unterlief, fügte sie doch dem letzten Satz des Originalzitats das Wörtchen „that“ hinzu, was den Fans des weltweit zuweilen kultisch verehrten Schriftstellers natürlich sauer aufstieß. „Künstlerische Freiheit“ sei da am Werk gewesen, entschuldigte sich die Bank etwas halbherzig und bot an, beanstandete Stücke zurückzunehmen. Die künstlerische Freiheit scheint man bei der Münze überhaupt sehr weit gefasst zu haben, sieht Joyce doch „auf der Münze eher aus wie Frank Zappa“, wie Irland-Experte Ralf Sotschek in der taz konstatierte. Dem Absatz der Münze scheint der Lapsus nicht geschadet zu haben, eher im Gegenteil: Alle 10 000 Exemplare der Silbermünze waren innerhalb weniger Tage ausverkauft.

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Vom Lumpensammler zum Weltautor

Donnerstag, 28. März 2013 16:03

1958 zeigte die Sowjetunion Maksim Gorkij nach einem Gemälde Isaak Brodskijs auf Capri MiNr. 2065.

1958 zeigte die Sowjetunion Maksim Gorkij nach einem Gemälde Isaak Brodskijs auf Capri MiNr. 2065 (beide Abb. Schwaneberger Verlag).

„Der Bittere“ nannte sich der junge Schriftsteller, als es ihm erstmals gelang, eine eigene Erzählung in einer Lokalzeitung zu platzieren. Am 12. September 1892 erschien „Makar Tschudra“ in der Zeitung „Kawkas“. Bis zum Durchbruch musste sich Alexej Maksimowitsch Peschkow, geboren am 28. März 1868 – nach Julianischem Kalender war es der 16. März – in Nishni Nowgorod, aber noch zwei Jahre gedulden. Nach dem Erfolg von „Tschelkasch“ konnte er vom Schreiben leben, zumal ihm der Schriftsteller Wladimir Korolenko zu einer Anstellung als Journalist verholfen hatte.
Literarischer Ruhm war Maksim Gorkij, so das selbst gewählte Pseudonym, nicht in die Wiege gelegt, im Gegenteil. Er wuchs in größter Armut auf und musste von seinem zehnten Lebensjahr an zunächst als Lumpensammler zum Familieneinkommen beitragen. Weiterlesen …

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